Haarausfall

Was ist Haarausfall?

Von Haarausfall (in der Fachsprache Alopezie genannt) wird gesprochen, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 bis 120 Haare ausfallen. Durchschnittlich sind es normalerweise 80 bis 100 Haare pro Tag. Bei einem krankhaften Haarausfall ist ein starker Unterschied zwischen der Anzahl der ausgefallenen und der nachgewachsenen Haare festzustellen.

Von Haarverlust sind sowohl Männer als auch Frauen unterschiedlich stark betroffen. Männer verlieren zu 44 Prozent mehr als 100 Haare am Tag, Frauen zu 40 Prozent.

Es existieren verschiedene Formen des Haarschwundes. Der diffuse Haarausfall ist eine verbreitete Form. Davon ist der ganze Kopf des Patienten betroffen, wobei es zu vermehrtem Ausfall kommt.

Bei einem umschriebenen Haarausfall (auch kreisrunder Haarausfall genannt), sind nur ganz bestimmte Stellen der Kopfhaut betroffen. Diese häufige Form der Erkrankung befällt Männer, Frauen sowie Kinder und ist meist erblich bedingt.

Unter dem hormonell bedingten Haarausfall, welcher allgemein am ganzen Kopf sichtbar wird, leiden nicht nur Frauen Das Haar wird in diesem Zustand als schütter bezeichnet. Männer bekommen auf Grund dieser Krankheitsform eine Glatze.
 
 

Symptome

Die Anzeichen des kreisrunden Haarausfalls sind kleine kahle Stellen in runder Form am Kopf. Weiße Haare bleiben dabei häufiger erhalten als andere. Oftmals sind es nur eine oder wenige Stellen, die von dieser Form der Krankheit betroffen sind. Die Heilung erfolgt entweder spontan oder gar nicht, wobei es zum vollständigen Haarausfall kommt.

Bei einem hormonell bedingten Haarausfall des Mannes, werden vier Schweregrade unterschieden: Zunächst werden Geheimratsecken sichtbar, bevor sich eine Haarlichtung am Hinterkopf bemerkbar macht. Dann nimmt die Haarlichtung auch im Scheitelbereich zu, bis schließlich nur noch ein Randbereich der Kopfhaut behaart bleibt

Bei Frauen machen sich drei Stadien bemerkbar, wobei die Haarlichtung langsam in der Scheitelregion beginnt, bevor sie dort deutlicher zu erkennen ist. Danach lichten sich die Haare bis zum Durchschimmern der Kopfhaut. Ein Haarsaum an der Stirn-Haar-Grenze bleibt fast immer bestehen.
 
 

Ursachen

Die Ursachen des krankhaften Haarausfalls sind verschieden, da es mehrere Formen der Erkrankung gibt.

Der Grund eines kreisrunden Haarausfalls ist ein Autoimmunprozess gegen die Zellen des ganzen Haarapparates. Die Haare wachsen nicht mehr nach, wodurch es zu einem raschen Ausfall kommt.

Die Ursache eines diffusen Haarausfalls ist bei Frauen eine Geburt und bei Mädchen die Zeit zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr, was durch eine hormonelle Umstellung begründet ist. Auch zeitlich begrenzte Erkrankungen oder Mangelerscheinungen sind oftmals der Auslöser. Der Haarverlust kann aber auch durch Stress verursacht werden. Diffuse Haarausfälle erfolgen außerdem oft durch äußere Umwelteinflüsse. In Frage kommende Belastungen sind zum Beispiel Quecksilber oder Strahlenschäden.

Bei einem hormonbedingten Haarausfall wirken erbliche Veranlagungen und hormonelle Faktoren zusammen. Eine erhöhte Ansammlung von männlichen Hormonen begünstigt den Ausfall, der deshalb bei Frauen mit hormonellen Störungen auftritt.

Sind die Haarwurzeln gesteigert empfindlich gegen männliche Hormone, kommt es ebenfalls zum Haarausfall, was genetisch bedingt ist.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Wenn Sie über längere Zeit täglich mehr als 100 bis 120 Haare verlieren, ist dies meist ein Zeichen für krankhaften Haarausfall. Eine zuverlässige Antwort kann Ihnen nur der Arzt geben.

Es ist nicht immer leicht, den richtigen Zeitpunkt für einen Arztbesuch zu finden, da die Erkrankung meist schleichend beginnt. Wenn Sie jedoch bereits sichtbare kahle Stellen am Kopf haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Umfangreiche und genaue Untersuchungsmethoden sowie ausreichende Erfahrung im Umgang mit derartigen Erkrankungen bieten Hautärzte an.
 
 

Diagnose

Um die Form des Haarausfalls zu diagnostizieren, stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst wird eine Sichtung des Haarwuchses und –ausfalls am gesamten Körper des Patienten vorgenommen. Der Patient wird angewiesen, täglich die ausgefallenen Haare zu sammeln und zu zählen.

Eine wirklich fundierte Methode der Diagnose eines Haarverlustes ist die Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm). Dabei wird am Hinterkopf ein kleines Haarbüschel ausgezupft und unter dem Mikroskop untersucht.

Diese Untersuchung liefert jedoch keine umfassende Erkenntnis über die Ursache des Haarausfalls. Allerdings sind Fehlbildungen durch Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel oder Röntgenbestrahlungen zu erkennen.
 
 

Behandlung

Die Behandlung eines hormonellen Haarausfalls ist bei Männern und Frauen ähnlich. Männer werden mit einer speziellen Lösung behandelt, welche bei regelmäßiger Anwendung die Wachstumsphase des Haares verlängert und somit den Ausfall verzögert. Diese Therapie muss lebenslang durchgeführt werden.

Zur Behandlung des hormonellen Ausfalls bei der Frau, dient ebenfalls die örtliche Behandlung mit einer medikamentösen Lösung. Der Wirkstoff ist mit den weiblichen Geschlechtshormonen verwandt.

Die Behandlung des kreisrunden Haarausfalls wird in leichten Fällen mit Kortisonprodukten begonnen. Der Haarausfall wird dadurch rasch behoben, es kommt jedoch nach dem Absetzen des Medikaments zu einem erneuten Beginn der Erkrankung.

Auch die Anwendung einer Immuntherapie ist möglich. Dabei werden Wirkstoffe direkt auf die Kopfhaut gegeben, welche diese sensibilisieren. Eine entzündliche Reaktion der Haut ist die Folge, welche den Zweck hat, Zellgifte zu entfernen. Diese Behandlung erfolgt wöchentlich und führt in 70 Prozent der Fälle zu einem guten Ergebnis. Eine Therapie ist über mehrere Jahre erforderlich.

Entscheidend für den Erfolg der Präparate gegen Haarausfall ist das Wirkprinzip. Es ergibt sich aus dem Haarwuchszyklus und den Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung.
 
 

Komplikationen

Besonders für Frauen ergeben sich durch einen fortgeschrittenen Haarverlust einige Probleme. Eine Frau mit Haarausfall trifft in der Gesellschaft auf geringe Akzeptanz, wohingegen Männer damit weniger Probleme haben. Haarausfall bei Männern gehört zum Alltagsbild.

Auch die Ursachen und die damit verbundene Behandlung der Erkrankung sind für Frauen bei einem hormonell bedingten Haarverlust deutlich komplexer als bei ihren männlichen Leidensgenossen, da die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkter sind.

Ein Haarausfall geht meist mit einer Störung der Kopfhaut einher, wodurch es oftmals zu Schuppenbildung kommt. Diese sind in einigen Fällen auch der Auslöser der Erkrankung.

Eine weitere unangenehme Begleiterscheinung der Erkrankung ist die Dauer der Therapie, die sich in den meisten Fällen über Jahre hinweg oder sogar lebenslang hinzieht.
 
 

Prävention

Das wirksamste Mittel zur Vermeidung von Haarausfall ist das Einnehmen des Spurenelements Zink. Es ist an der Bildung von Keratin beteilig, welches einen Hauptbestandteil des Haares darstellt. Auch dessen Wachstum wird durch Zink ermöglicht.

In ausreichenden Mengen ist Zink in Rind- und Schweinefleisch, Roggen- und Weizenkeimen, Käse und Meeresfrüchten (besonders in Austern) enthalten.

Auch das Vitamin Folsäure nimmt eine große Bedeutung bei der Zellerneuerung und dem Zellwachstum ein. Es kommt in großen Mengen in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Obst und Vollkornprodukten vor.

Ebenso ist das Vitamin Biotin hilfreich, das maßgeblich am Eiweißstoffwechsel des Körpers beteiligt ist, was auch die Haare betrifft. Biotin ist in Milch, Milchprodukten, Eiern, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie unter Haarausfall leiden, ist es wichtig, die vom Arzt verordnete Therapie gewissenhaft über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Nur so kann der erwünschte Erfolg, der erneute Haarwuchs, erreicht werden.

Zusätzlich ist die Zuführung von Zink, Folsäure und Biotin sinnvoll, da diese eine wichtige Funktion beim Aufbau und Wachstum der Haare erfüllen. Die Einnahme ist mindestens über die Dauer der Behandlung oder auch darüber hinaus zu empfehlen.

Eine gesunde Ernährung ist reich an Vollkorn- und Milchprodukten, Obst und Gemüse. Damit führen Sie ausreichende Mengen der oben genannten Vitamine und Spurenelemente zu.

Die positive Wirkung auf den Haarwuchs zeigt sich nicht sofort. Sie müssen sich nach Beginn der Behandlung gedulden, bevor Sie sich über das Ergebnis freuen können.