koronare Herzkrankheit

Was ist die koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit bezeichnet eine Mangeldurchblutung des Herzens, die durch verengte Herzkranzgefäße verursacht wird. Meist durch Anstrengung ausgelöst, kommt es dabei zu einem Ungleichgewicht von angebotenem und benötigtem Sauerstoff.

Das Hauptsymptom dieser Krankheit ist eine Angina pectoris (Herzenge) oder ein Herzinfarkt. Diese Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ist in Deutschland die häufigste Todesursache.

Die Risikofaktoren, die zu der koronaren Herzkrankheit führen, sind erhöhte Blutfette (Cholesterin), Rauchen, Stress, Diabetes mellitus, Übergewicht und Bluthochdruck.

Die koronare Herzkrankheit wird je nach Auftreten der Krankheitszeichen in sieben Formen unterschieden. Dazu gehören die belastungsabhängige Angina pectoris, die Ruhe-Angina, die Angina decubitus, die Kälteangina, die Angina noccturna, die Instabile Angina sowie die Postinfarktangina.
  • Belastungsabhängige Angina: Der Schmerz tritt bei Beginn einer Belastung auf und verschwindet nach Beendigung wieder.
  • Ruhe-Angina: Die Beschwerden stellen sich beim liegenden Patienten ein und werden durch eine Gerinnselbildung
  • Angina decubitus: Die Krankheit äußert sich beim flachen Liegen im Bett und wird durch ein erhöhtes Rückstromvolumen und eine Überdehnung des Herzens ausgelöst.
  • Kälteangina: Die Beschwerden werden durch Kälte hervorgerufen.
  • Instabile Angina: Jede neu entstandene Angina wird als instabil bezeichnet, allerdings wird darunter auch ein Abnehmen der schmerzfreien Belastung verstanden.
  • Postinfarktangina: Sie bezeichnet eine Angina pectoris, die nach einem Herzinfarkt auftritt.
 
 

Symptome

Kennzeichnend für die Erkrankung ist ein Schmerz hinter dem Brustbein, der meist nach Belastung auftritt. Wenn der Schmerz nicht stoppt, könnte das ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein.

Es ist möglich, dass die Schmerzen in den rechten oder linken Arm, die Schultern, den Hals oder sogar die Wangen ausstrahlen. Auch die Zähne oder die Magengegend können betroffen sein. Manchmal berichten die Betroffenen auch über Angstgefühle während des Anfalls.

Ungefähr 50 Prozent der Patienten verspüren keine Symptome. Dass sie unter der koronaren Herzkrankheit leiden, wird meist erst bei speziellen Untersuchungen bemerkt, zum Beispiel während eines Langzeit-EKGs.

Alle Beschwerden die durch die koronare Herzkrankheit verursacht werden, bezeichnet die Fachsprache als „Angina pectoris“.

 
 

Ursachen

Einige Faktoren zählen zu den Ursachen der koronaren Herzkrankheit. Dazu gehören ein zu hoher Cholesteringehalt im Blut, Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht, Stress, erbliche Faktoren, Alkoholmissbrauch und ein erhöhter Harnsäuregehalt im Blut (Hyperurikämie). Sie alle verursachen Ablagerungen an den Gefäßwänden.

Das Herz wird von der linken und der rechten Herzkranzarterie versorgt, der Koronararterie. Die linke Herzkranzarterie versorgt den vorderen, rechten und hinteren Bereich des Herzens. Sie verzweigt sich ausgehend von der Aorta in zwei Äste, welche die linke Herzkammer sowie die Scheidewand und die rechte Herzkammer bedienen. Diese beiden von der Herzkranzarterie ausgehenden Äste werden als einzelne Gefäße verstanden. Demzufolge wird bei der koronaren Herzkrankheit von einer Ein-, Zwei- oder Dreigefäßerkrankung gesprochen.

Durch Ablagerungen an den Arterienwänden, die in der Umgangssprache als Verkalkungen bezeichnet werden, ist der Blutfluss nicht mehr stark genug, um den Herzmuskel mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Diese chronische Unterversorgung mindert die Funktionsfähigkeit des Muskels zunächst nur unter Belastung, später jedoch auch in Ruhe, wodurch es in dem betroffenen Bezirk zu einer Herzmuskelschwäche kommt.

Die Folge eines gänzlichen Gefäßverschlusses ist der gefürchtete Herzinfarkt, der zu 50 Prozent nicht überlebt wird.

Die Ursache für einen Angina pectoris Anfall kann nicht nur körperliche, sondern auch seelische Belastung sein, denn seelische Anspannungen führen zu Verkrampfungen der Herzkranzgefäße.

Sogar Kälte kann eine Angina pectoris auslösen: Die Blutgefäße der Körperoberfläche ziehen sich zusammen, um einen Wärmeverlust zu vermeiden. Dadurch steigt der Widerstand in den Blutgefäßen und die Durchblutung sinkt.

Darüber hinaus kann ein reichhaltiges Essen der Auslöser der Erkrankung sein. Für die Verdauung benötigen die beteiligten Organe mehr Blut. Dem Herzen steht weniger davon zur Verfügung, was einen Sauerstoffmangel zur Folge hat.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, ab dem 35. Lebensjahr eine regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchung wahrzunehmen. Wenn Sie unter Beschwerden leiden, die auf eine koronare Herzerkrankung hinweisen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Er wird eine gründliche Untersuchung durchführen.

Bei plötzlich einsetzenden, schweren Herzbeschwerden mit starken Schmerzen, muss sofort ein Notarzt alarmiert werden. Weil die Möglichkeit eines Herzinfarktes besteht, müssen Sie sich umgehend an die zuständige Notdienstzentrale oder den Notruf der Feuerwehr (112) wenden.

Speziellere Untersuchungen und Behandlungen der koronaren Herzkrankheit führen Internisten, Kardiologen, Herzchirurgen oder Radiologen durch.
 
 

Diagnose

Die starken Beschwerden der koronaren Herzkrankheit führen zu erheblichen Schmerzen, die erste Hinweise für die Diagnosestellung liefern. Eine umfassende Diagnostik muss auf Grund der Tatsache, dass es zu einem Verschluss und damit zum Herzinfarkt kommen kann, so früh wie möglich, also bereits bei ersten leichten Anzeichen der Erkrankung, erfolgen.

Auf eine körperliche Untersuchung folgt ein Ruhe- und Belastungs-EKG folgt. Bei einer Ultraschalluntersuchung des Herzens wird der Patient in halb liegender Lage auf einem Fahrradergonometer belastet, wobei sein Herzmuskel per Ultraschall betrachtet wird.

Bei einer Angiographie (Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße) wird ein Kontrastmittel verwendet, welches durch einen über die Leistenarterie eingeführten Katheter in die Herzkranzgefäße gelangt. Es ermöglicht dem Arzt Durchblutungsstörungen und Verengungen zu erkennen.

Auch mittels eines sehr schnellen CT-Gerätes (EBT=Electron Beam Tomography) lassen sich inzwischen Verkalkungen darstellen.
 
 

Behandlung

 Bei der ersten Variante wird Glyceroltrinitrat als Spray oder „Zerbeißkapsel“ verabreicht. Diese Substanz wirkt durch die Aufnahme über die Mundschleimhaut sehr schnell. Das Medikament kann auch vor wissentlicher Belastung zur Vorbeugung eines Angina-pectoris-Anfalls eingenommen werden.

Das primäre Ziel einer Intervalltherapie zur Vermeidung eines Anfalls besteht darin, vorhandene Risikofaktoren zu bekämpfen. Zusätzlich stehen Medikamente bereit, die alleine oder auch in der Kombination zur Anwendung kommen. Zu diesen Präparaten gehören Nitrate, Beta-Rezeptoren-Blocker, Kalzium-Antagonisten und Thrombozytenaggregationshemmer.

Neben der medikamentösen Behandlung existieren eine Reihe von Therapieverfahren, die Verengungen oder Verschlüsse beseitigen sollen:

Bei der Ballondilatation wird ein Kontrastmittel mittels eines Katheters in die Herzkranzgefäße gebracht, bevor ein Ballon oder seit kurzem auch ein an Draht geführter Laser eingeführt wird, um die Arterie zu weiten. Das Kontrastmittel ermöglicht es dem Arzt, dieses Vorgehen genau am Bildschirm zu beobachten.

Zusätzlich können während einer Ballondilatation die entsprechenden Gefäßabschnitte durch ionisierende Strahlen behandelt werden, um die Ausweitung des Gefäßes zu erreichen. Diese Methode wurde in den letzten fünf Jahren aber nur bei Betroffenen durchgeführt, die zu den Risikopatienten zählen.

Mit Hilfe von sich drehenden „Mikromessern“ werden ebenfalls Verschlüsse oder Verengungen therapiert. Dieses Vorgehen nennt sich Rotationsangioplastie (Rotablation).

Ein weiteres Verfahren ist die Atherektomie, bei der sich ein Schälmesser an der Katheterspitze befindet. Diese Behandlung ist jedoch nur bei Verengungen möglich, die nahe am Gefäßanfang liegen. Es besteht jedoch die Gefahr, das Gefäß zu verletzen.

Ein lokaler Verschluss kann auch durch bestimmte Medikamente behandelt werden. Sie werden während einer Katheteruntersuchung an den richtigen Ort gebracht.

Wenn die beschriebenen Methoden zu keiner dauerhaften Verbesserung der Beschwerden führen, oder von vornherein gar nicht bei dem Patienten durchgeführt werden können, erfolgt eine Bypass-Operation. Dazu wird zunächst eine Vene aus dem Bein oder eine Brustarterie entnommen, die zur Überbrückung der verschlossen Stelle dienen.
Leider Sind etwa 20 Prozent der Bypässe nach einem Jahr wieder verschlossen. In Deutschland erfolgen pro Jahr ungefähr 50.000 Operationen dieser Art. Die Sterblichkeitsrate dieser Methode liegt nur bei zwei Prozent.
 
 

Komplikationen

Die wohl größte Komplikation bei arteriellen Verschlüssen stellt der Herzinfarkt dar. Auch die hohe Rückfallquote nach den Behandlungen ist ein großes Problem.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen mit 340.000 Todesfällen pro Jahr die Todesstatistik an, wobei ein Drittel der Patienten an einem plötzlichen Herztod verstirbt.
 
 

Prävention

Die vorbeugenden Maßnahmen sind gleichzeitig eine wichtige Basisbehandlung, die dazu geeignet ist, den Krankheitsverlauf aufzuhalten.

Grundsätzlich beugen körperliche Aktivitäten der koronaren Herzkrankheit vor. Sportliche Betätigungen im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten schützen vor der Krankheit, beziehungsweise verlangsamen ihr Fortschreiten. Auch die Ernährungsweise sollte überdacht werden, weil sie eine direkte Ursache dieser Herzkrankheit darstellt.

Regelmäßige ärztliche Untersuchungen, zum Beispiel in einem jährlichen Rhythmus, dienen ebenfalls der Vorbeugung und geben den Patienten Sicherheit.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Es gibt spezielle Koronarsportgruppen, in denen Bewegungsprogramme angeboten werden. Sie sind den Bedürfnissen und der Belastbarkeit von herzkranken Patienten angepasst. Die Gruppenleiter sind geschult und besitzen eine besondere Ausbildung. Viele Sportvereine bieten diesen Präventionssport oder auch Reha-Sport an.

Es ist wichtig, dass Sie vor allem auf Ihren Blutdruck und auf einen ausgewogenen Blutfettspiegel achten. Gehen Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und befolgen Sie in jedem Fall die Anweisungen Ihres Arztes.