Bandwurmbefall (Zestodeninfektion)

Was sind Bandwürmer?

Bandwürmer sind parasitische Plattwürmer, deren Lebenszyklus einen oder mehrere Zwischenwirte erfordert. Zu den Bandwürmern zählen verschiedene Arten wie Fischbandwurm, Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm. Sie gehören zu den häufigsten Wurmarten in Deutschland. Da sie über keinen Darm verfügen, müssen sie ihre Nahrung über ihre Körperoberfläche aufnehmen.

Ein Mensch infiziert sich durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln wie Fleisch oder Fisch. Auch ungewaschene Waldpilze oder –beeren, die am Boden wachsen, stellen ein Übertragungsrisiko dar.

Wurmeier gelangen über den Mund in den menschlichen Körper und entwickeln sich vorwiegend in der Darmregion zu geschlechtsreifen Würmern, die sich weiter vermehren und Eier legen. Die Eier werden mit dem Stuhl ausgeschieden und gelangen dann über die Nahrungsaufnahme in den Darm des Zwischenwirtes. Die sich daraus entwickelnden Larven durchbohren die Darmwand und werden mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt. In verschiedenen Organen entwickeln sich die Larven schließlich zu so genannten Finnen weiter. Nach dem Genuss von rohem finnenhaltigem Fleisch entwickeln sich dann im Endwirt wieder die geschlechtsreifen Würmer.
 
 

Symptome

Anzeichen für eine Infektion durch Bandwürmer sind Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust. Im Stuhl des Betroffenen sind weiße Bandwurmglieder zu sehen.

Im Falle eines Befalls durch Hundebandwürmer kann es zu Reizhusten kommen, da diese Art der Parasiten die Lunge angreift. Schwere Erkrankungen können vor allem die Fuchsbandwürmer verursachen. Sie greifen die Leber an und lösen eine Gelbsucht aus, bevor es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu einer vollständigen Zerstörung der Leber kommen kann.
 
 

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen einer Erkrankung durch Bandwürmer gehört der Verzehr von rohem oder halbrohem Fleisch oder Fisch sowie von ungewaschenen, am Boden wachsenden Waldbeeren oder Pilzen. Zudem kann rohes Gemüse, Obst oder Salat, der mit Fäkalien gedüngt wurde, eine Wurminfektion auslösen. Kinder können darüber hinaus auch durch den direkten Kontakt mit infizierten Spielkameraden oder durch den Kontakt mit menschlichen oder tierischen Exkrementen erkranken. Auch wer das Fell infizierter Hunde und Katzen streichelt, an dem die Bandwurmeier haften, kann sich infizieren, wenn er die verunreinigten Finger in den Mund steckt oder sich vom infizierten Hund das Gesicht ablecken lässt.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Sobald Beschwerden auftreten, die auf eine Wurminfektion hindeuten, sollten Sie einen Arzt konsultieren.
 
 

Diagnose

Durch eine mikroskopische Untersuchung von Stuhlproben kann Ihr Arzt feststellen, ob eine Infektion durch Bandwürmer vorliegt und um welche Wurmart es sich handelt.

 
 

Behandlung

Zur Behandlung einer Wurminfektion können je nach Wurmart spezielle chemische Wurmmittel eingesetzt werden. Diese Medikamente sind in der Regel gut verträglich und erfolgreich.

Sofern es sich um eine Echinokokkose durch den Hunde- oder Fuchsbandwurm handelt, erfolgt die Behandlung ebenfalls medikamentös mit einem Bandwurmmittel. Eine Operation kann jedoch notwendig sein, wenn sich die Zysten unter der medikamentösen Therapie weder verkleinern noch ihre Konsistenz verändern.
 
 

Komplikationen

Die Larven von Hunde- und Fuchsbandwürmern (Echinococcus) können beim Menschen in seltenen Fällen eine gefährliche Krankheit, die Echinokokkose, auslösen. Wenn die Infektion nicht rechtzeitig diagnostiziert und eine Behandlung eingeleitet wird, können durch das Larvengewebe im Laufe von Jahren ganze Organe zerstört werden. Die Larven siedeln sich fast immer in der Leber, aber auch in der Lunge und in seltenen Fällen in der Niere, Gehirn oder Knochen an und zeigen dann ein tumorartiges Wachstum. Die dadurch entstandenen Finnen (kleine wässrige Blasen) enthalten hunderte von Wurmembrionen, die chirurgisch entfernt werden müssen. Unterstützt wird die Behandlung durch eine strenge Medikamentation.
 
 

Prävention

Um einer Wurminfektion vorzubeugen, sollten Sie Fleisch- und Fischgerichte sowie mit Fäkalien gedüngte Gemüse und Salate grundsätzlich nicht roh verzehren. Insbesondere in vielen Fernreiseländern herrscht ein hohes Übertragungsrisiko durch rohe Fleisch- und Fischgerichte. Waschen Sie außerdem Beeren und Waldpilze vor dem Verzehr gut mit warmem Wasser ab. In Regionen, in denen Fuchsbandwürmer verbreitet sind, sollte jedoch am besten ganz auf Waldfrüchte verzichtet werden.

Von großer Bedeutung ist grundsätzlich eine gründliche Toilettenhygiene. Insbesondere sollten Sie Ihre Kinder dazu anhalten, nach dem Gang zur Toilette und nach dem Spielen im Freien die Hände zu waschen. Damit Sie sich nicht bei Ihren Haustieren anstecken, sollten Hunde und Katzen nicht mit rohem Fleisch gefüttert werden und regelmäßig auf einen Wurmbefall überprüft werden. Im Falle einer Erkrankung der Haustiere sollte eine Entwurmung durch entsprechende Medikamente erfolgen.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Im Falle einer Wurminfektion sollten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes halten und die medikamentöse Behandlung konsequent durchführen.

Um eine Wiederansteckung sowie eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden, sollten Sie außerdem besondere Hygienemaßnahmen treffen. Hierzu gehört die Reinigung der Hände und Fingernägel nach dem Gang zur Toilette sowie das Auskochen von Unterwäsche, Nachtwäsche und Handtüchern.