Japanische Enzephalitis

Was ist Japanische Enzephalitis?

Unter der Japanischen Enzephalitis wird eine schwere Virusinfektion verstanden, bei der die Viren (Flaviviren) durch verschiedene Stechmückenarten übertragen werden. Sie ist besonders stark im Sommer, Herbst und am Ende der Regenzeiten in den Feuchtlandschaften Südostasiens verbreitet, dort bevorzugt in Reisanbaugebieten mit Tierhaltung.

Das Infektionsrisiko liegt bei 1:200. Besonders kleine Kinder oder Personen nach dem 50. Lebensjahr sind davon betroffen. In der Regel kann die Infektion aber jeden treffen. Die Hauptübertragungszeit befindet sich zwischen Juni und September.

Die Japanische Enzephalitis führt zu entzündlichen Reaktionen im zentralen Nervensystem und zwar vor allem im Gehirngewebe, in den Hirnhäuten oder im Rückenmark.

Die Erkrankung gehört zu den schwer verlaufenden Virusinfektionen mit einer Sterberate von 30 Prozent und oftmals bleibenden neurologische Schäden.

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung und der Tod als Folge namentlich zu melden.
 
 

Symptome

Die Japanische Enzephalitis verläuft bei jungen und sehr gesunden Erwachsenen meist ohne besondere Anzeichen. Ausschließlich leichte Kopfschmerzen oder Fieber werden bemerkt. Bei sehr schweren Krankheitsverläufen treten zunächst die Symptome eines grippalen Infektes, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf.

Nach ungefähr zwei bis vier Tagen entstehen hohes Fieber, Nackensteifheit, Lichtempfindlich-keit, Krämpfe, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma und Lähmungserscheinungen.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt ein bis zwei Wochen.
 
 

Ursachen

Die Infektion mit den so genannten Flaviviren, ist der Auslöser der Japanischen Enzephalitis. Sie erfolgt durch den Stich einer Mücke, die sich bevorzugt in Gebieten mit weiten Wasser-landschaften aufhält.

In ländlichen Bereichen ist diese schwere Krankheit des zentralen Nervensystems stark verbreitet, da die Mücken auch Tiere wie Schweine, Pferde und Hunde befallen. Auch Nagetiere und Vögel sind dem Erregerreservoir zuzuordnen.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Wenn Sie eine Reise in die ländlichen Gegenden des tropischen Asiens planen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und sich gegen die Japanische Enzephalitis impfen zu lassen. Dieser Schutz ist ganz besonders für Kinder wichtig. Bei ihnen kann der Arzt die Impfung schon ab dem ersten Lebensjahr vornehmen.

Wenn Sie einen Aufenthalt in einem Risikogebiet hatten und etwa ein bis zwei Wochen danach unter Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder allgemeinen grippeartigen Symptomen leiden, liegt der Verdacht der Japanischen Enzephalitis nahe. Ein Arzt ist unbedingt aufzusuchen, um schwere körperliche Schäden zu vermeiden.
 
 

Diagnose

Die empfundenen Symptome der Japanischen Enzephalitis sind kaum von denen anderer schwerer Hirnhaut- oder Hirnentzündungen zu unterscheiden. Daher muss der Arzt die Diagnose besonders gewissenhaft durchführen.

Sie erfolgt durch einen Nachweis von Virusbestandteilen in Gehirnflüssigkeit und im Rückenmark. Auch spezifische Antikörper können durch eine Blutuntersuchung identifiziert werden.
 
 

Behandlung

Gegen die Viren, welche die Japanische Enzephalitis auslösen, existiert noch kein Medikament. Daher ist lediglich eine Linderung der Symptome möglich. Gegen die Erkrankung kann jedoch geimpft werden.

Die Behandlung erfolgt durch symptomatisch, pflegerische Maßnahmen. Diese sind zum Beispiel strenge Bettruhe, beruhigende und schmerzlindernde Medikamente und einer Überwachung des Patienten, falls Schwierigkeiten im Verlauf der Erkrankung auftreten.

In den meisten Fällen wird die Japanische Enzephalitis intensivmedizinisch betreut, was einen Aufenthalt im Krankenhaus notwendig macht.
 
 

Komplikationen

Eine der größten Komplikationen der Japanischen Enzephalitis, stellt der schwere Krankheitsverlauf bei Kleinkindern dar.

Auch im Erwachsenenalter besteht eine hohe Sterblichkeitsrate durch den Schweregrad der Erkrankung. Sie liegt bei 30 Prozent, wobei zehn Prozent der Erkrankten noch vor dem zehnten Krankheitstag sterben.

Selbst wenn die Japanische Enzephalitis überlebt wird, bleiben zu 80 Prozent neurologische Dauerschäden zurück. Diese sind zum Beispiel Krampfanfälle, Lähmungen oder auch Verhaltens- und Intelligenzstörungen.

Sehr leichte Nebenwirkungen sind auch nach der Impfung gegen die Japanische Enzephalitis zu spüren. Dabei handelt es sich um Hautreaktionen an der Impfstelle und allgemeinen körperlichen Beschwerden wie Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber. Manchmal machen sich auch Herzklopfen und Atemnot bemerkbar.
 
 

Prävention

Die gründlichste Vorbeugung gegen die Japanische Enzephalitis, ist die Impfung. Geimpft wird mit einer Totimpfung, was bedeutet, dass der Impfstoff aus abgetöteten Viren besteht, die keine Erkrankung mehr auslösen können.

Die Impfung selbst erfolgt per Spritze, damit das Immunsystem des Patienten Abwehrstoffe (Antikörper) bilden kann. Kommt es zu einer Infizierung mit den echten, lebenden Viren, werden diese von den Antikörpern aufgefangen.

Es sind drei Impfungen im Abstand von jeweils einer Woche notwendig, um einen ausreichenden Schutz zu erreichen. Schon gleich nach der zweiten Impfung besteht ein Schutz von etwa 80 Prozent. Der vollständige Impfschutz setzt ungefähr vier Wochen nach der letzten Impfung ein und hat eine Dauer von etwa vier Jahren.

Um sich vor der Infektion mit den Flaviviren zu schützen, ist eine ausreichende Absicherung durch Moskitonetze, Mückensprays oder bedeckende Kleidung wichtig.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie unter der Japanischen Enzephalitis leiden, ist absolute Bettruhe notwendig, um dem Körper Ruhe und Zeit zur Regeneration zu gönnen.

Vom Arzt verordnete Medikamente wie Schmerzmittel, sind nach Anweisung einzunehmen.