Knochenkrebs

Was ist Knochenkrebs?

Unter Knochenkrebs werden bösartige Tumoren verstanden, die sich in knöchernem Gewebe befinden und die Neigung haben, zerstörend zu wirken. Neben diesen bösartigen Tumoren existieren auch einige gutartige Tumoren. Zusätzlich zu diesen beiden Tumorarten sind Geschwülste bekannt, die als halbbösartig bezeichnet werden und den anderen beiden Gruppen nicht direkt zugeordnet werden können. Weiterhin existieren Erkrankungsarten, die Tumoren nur vortäuschen (Tumor-like lessions).

Die bösartigen Formen der Krankheit werden in primäre und sekundäre Tumoren unterschieden, wobei sich die primären aus den in den Knochen vorkommenden Zellarten entwickeln. Die sekundären Tumoren hingegen, sind nicht direkt als Knochenkrebs zu bezeichnen, da sie nicht vom Knochengewebe ausgehen. Sie bilden sich als Metastasen anderer Krebsgeschwülste (häufig Lungen-, Blasen- oder Brustkrebs) und sollten daher gewissenhaft von Knochenkrebs unterschieden werden.

Die bösartigen Tumoren werden danach eingeteilt, ob sie vom Knochen oder vom Knochenmark ausgehen. Die Krebsgeschwüre werden in knochengewebszerstörende (osteolytische) oder knochengewebsaufbauende (osteoplastische) unterschieden. Auch Mischformen dieser beiden Arten sind bekannt.

Knochenkrebs ist im Kindesalter die am häufigsten vorkommende Krebsart (60 Prozent). Krebs des Knochenmarks ist die zweithäufigste Erkrankung mit bösartigen Knochentumoren (25 Prozent). Seinen Erkrankungsgipfel erreicht der Krebs beider Arten bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem zehnten und 20. Lebensjahr.

Die fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei Knochenkrebs zwischen 40 und 70 Prozent. Allerdings spielen die Größe des Tumors und der Behandlungsbeginn dabei eine große Rolle. Die fünf-Jahres-Überlebensrate des Knochenmarkkrebses liegt dank der guten Therapiemöglichkeiten heutzutage bei etwa 50 bis 60 Prozent. Grundsätzlich sind die Prognosen bei Patienten, die bereits unter einer Metastasenbildung leiden, schlechter.
 
 

Symptome

Die individuell empfundenen Schmerzen der Patienten hängen von der Tumorart und dem Sitz des Tumors ab. Zu den charakteristischen Beschwerden der Erkrankung gehören eine Schwellung sowie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im vom Krebs befallenen Bereich.

Der Knochenkrebs (Osteosarkom) beginnt meist in der Wachstumszone der langen Röhrenknochen eines Menschen (Arme oder Beine). Dabei befinden sich die Tumoren bevorzugt in Bereich der Knie (etwa 40 Prozent davon oberhalb des Knies und 20 Prozent im oberen Drittel des Schienbeins). In einigen Fällen betrifft der Tumor auch den Gesichtsschädel des Patienten.

Beim Knochenmarkskrebs (Ewing-Sarkom) gehen die Tumoren vom Schaft der langen Röhrenknochen aus und befallen bevorzugt die Beine. Dabei betreffen etwa 19 Prozent den Oberschenkelknochen, zehn Prozent das Schienbein und elf Prozent das Wadenbein. Ungefähr 20 Prozent der Tumoren bilden sich außerdem im Kreuzbein oder Beckenknochen.

Beide Tumorarten metastasieren in erster Linie auf dem Blutweg und dabei bevorzugt in der Lunge. Beim Krebs des Knochenmarks finden sich auch Metastasen in den Lymphknoten.
 
 

Ursachen

Die genauen Gründe für die Entstehung von Knochen- und Knochenmarkskrebs sind im Einzelnen nicht bekannt. Generell treten diese Arten des Krebses bevorzugt bei Kindern und Jugendlichen auf, was eine genetische Ursache vermuten lässt.

Für das Ewing-Sarkom sind Genveränderungen auf dem Chromosom 13 nachgewiesen. Häufig sind Menschen von Knochenkrebs befallen, die bereits unter einer Erkrankung leiden, die zu einer gestörten Struktur der Knochen führt. Auch eine Erbkrankheit, die durch mehrere gutartige Tumoren aus Knorpel- und Knochengewebe gekennzeichnet ist (multiples Osteochondrom), kommt als Auslöser der Osteosarkome in Frage.

Eine deutliche Zunahme beider Erkrankungen wurde bei Patienten festgestellt, die in der Kindheit eine Strahlen- oder Chemotherapie erleben mussten, da diese auf Grund einer anderen Krebserkrankung notwendig wurde.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Sobald Sie besonders an den langen Röhrenknochen von Armen und Beinen oder auch an den Knien (seltener am Schädel) eine Schwellung, Schmerzen oder Störungen bei den Bewegungsabläufen bemerken, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen und die Symptome untersuchen zu lassen.

Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen und eine Ausweitung durch Metastasen in andere Organe (bevorzugt der Lunge) kann verhindert werden.

 
 

Diagnose

Das Beschwerdebild des Patienten liefert in den meisten Fällen Angaben zu einer möglichen Erkrankung durch bösartige Knochentumoren. Kam es innerhalb von kurzer Zeit zu einer schmerzenden Schwellung an den Armen, den Beinen oder des Beckens, erhärtet sich der Verdacht.

Es ist wichtig, die Diagnose so schnell wie möglich abzuklären, um frühzeitig mit der Behandlung der Erkrankung beginnen zu können.

Die eindeutigen Anzeichen des Knochenkrebses kann der Arzt bereits anhand des Röntgenbildes erkennen, auf dem eine deutliche Zerstörung sowie eine unscharfe Randbegrenzung des Knochens zu erkennen sind. Neben einer strahlenförmigen Verdickung der Knochenhaut ist auch am Rand des Knochens eine Knochenneubildung (Codman-Dreieck genannt) zu erkennen. Die letzten Hinweise liefern die parallel zum Knochen laufenden Linien.

Prinzipiell erfolgt die Diagnose von bösartigen Knochentumoren jedoch anhand einer Untersuchung des betroffenen Gewebes.

Bei einer Blutuntersuchung finden sich Hinweise auf ein Osteosarkom, wenn die Werte der alkalischen Phosphatase (dabei handelt es sich um ein Enzym, das im Blut festgestellt werden kann) erhöht sind. Dies ist bei etwa 60 Prozent der Patienten der Fall.

Beim Ewing-Sarkom ist eine Erhöhung der Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit festzustellen. Hinzu kommt meist ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) sowie eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose).

Um die Diagnose fachgerecht stellen zu können und eine mögliche Therapie zu planen, werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
  • Eine Computertomographie (CT), um die Ausdehnung des Tumors in Knochen und Weichteilen beurteilen zu können
  • Eine Skelettszintigraphie zum Ausschluss weiterer Tumoren
  • Zum Ausschluss von Lungenmetastasen eine Röntgenaufnahme
  • Knochenmarksbiopsie, um die Ausdehnung des Tumors im Markraum des Knochens bestimmen zu können, was besonders beim Ewing-Sarkom wichtig ist
  • Eine Gefäßdarstellung (Angiographie)
 
 

Behandlung

Die Behandlung dieses Krebses richtet sich nach der Tumorart, der Größe des Tumors und danach, ob Metastasen vorhanden sind. Betroffene, die unter bösartigen Tumoren leiden, sollten sich zur Therapie immer in spezielle Zentren begeben. Eine Behandlung dieser Erkrankungen gliedert sich in der Regel in eine Kombinationsbehandlung, die aus einer Chemotherapie, einer Operation oder einer Strahlentherapie bestehen könnte.

Leidet der Betroffene unter Knochenkrebs, ist eine Operation, die zusammen mit einer Chemotherapie durchgeführt wird, von großer Wichtigkeit. Leider reagiert das Osteosarkom kaum auf ionisierende Strahlen, was hohe Strahlendosen notwendig macht. Aus diesem Grund ist die Strahlentherapie nicht für jeden Patienten geeignet.

Der Arzt wird die Behandlung danach ausrichten, ob bei dem Patienten bereits Metastasen vorliegen oder nicht. Bei Knochenkrebspatienten, die keine Metastasen aufweisen, wird gleich eine präoperative Chemotherapie eingeleitet, deren Ziel es ist, den Tumor zu verkleinern. Danach erfolgt eine vollständige operative Entfernung des Krebsgeschwürs, wobei heutzutage versucht wird, mögliche Amputationen zu vermeiden. Nach der erfolgreichen Operation wird die Chemotherapie fortgeführt.

Liegen bereits Metastasen vor, erfolgt die Behandlung auch zunächst durch eine Chemotherapie. Die weitere Behandlungsweise hängt jedoch von deren Ergebnis ab. Zeigt die Therapie gar keinen Erfolg, werden der Tumor und auch die Metastasen operativ entfernt.
In schweren Fällen kann es vorkommen, dass sich der Knochenkrebs trotz Chemotherapie nicht bessert. In diesem Fall wird ein anderes Chemotherapeutikum gewählt. Wenn der Tumor darauf positiv reagiert, wird operiert und die Chemotherapie danach weiter fortgeführt.

Die Behandlung des Knochenmarkkrebses unterscheidet sich von der Therapie des Knochenkrebses, indem die Auswahl zwischen Strahlenbehandlung oder Operation sich nach den Folgeschäden richtet. Die Therapie erfolgt meist ähnlich wie bei Knochenkrebs: Nach einer Chemotherapie folgt eine Operation, nach welcher die Chemotherapie weitergeführt wird.
 
 

Komplikationen

In ein einigen Fällen zeigt sich während einer Chemotherapie kein Behandlungserfolg (progressive disease). In dieser Situation besteht die Möglichkeit, ein anderes Chemotherapeutikum zu wählen, um einen Erfolg zu erreichen.

Nach der Chemotherapie erfolgt eine Operation, danach beginnt die Chemotherapie erneut. Schreitet der Krebs trotz des Therapiewechsels noch immer voran, wird die Behandlung abgebrochen.
 
 

Prävention

Es existieren keine Maßnahmen, die eine Entstehung von Knochentumoren im Vorfeld verhindern.

 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie bereits an Krebs erkrankt sind, entscheidet sich der Verlauf der Erkrankung allein durch die Behandlung und die Ausbreitung der Krankheit.

Deshalb sollten Sie sich eingehend über die Krankheit und die bestehenden Therapiemöglichkeiten informieren. Grundsätzlich steht die Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensqualität des Patienten im Vordergrund. Dies beinhaltet auch die Einhaltung einer wirksamen Schmerztherapie.

Vielen Patienten hilft es, sich an Selbsthilfegruppen wie die Deutsche Krebshilfe zu wenden, um dort Unterstützung und Kontakt mit ebenfalls Betroffenen zu erfahren