Hepatitis B

Was ist Hepatitis B ?

Hepatitis B (Gelbsucht) ist eine Leberentzündung, die mit einer Leberzellschädigung einhergeht. Sie ist die häufigste Virushepatitis weltweit.

Die Krankheit wird durch das Hepatitis B-Virus übertragen, welches noch ansteckender ist als die Erreger von AIDS. Durch sehr kleine Verletzungen der Haut kann es schon zur Ansteckung kommen.

Das Virus wird ausschließlich durch Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalschleim, Blutplasma) übertragen. Hauptsächlich betroffen sind Personen zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr.

Es werden zwei Arten der Krankheit unterschieden. Eine akute Hepatitis B hat eine Dauer von weniger als sechs Monaten. Von einer chronischen wird gesprochen, wenn sie länger als sechs Monate anhält.

Das Infektionsschutzgesetz regelt, dass der Krankheitsverdacht, die Erkrankung oder die Todesfolge, namentlich zu melden sind.
 
 

Symptome

Die Beschwerden einer akuten Hepatitis B sind sehr verschieden. Die Symptome können sehr stark sein, sie können aber auch ganz ausbleiben.

Zu Beginn der Erkrankung wird ein allgemeines Unwohlsein mit leichtem Fieber, Nahrungsverweigerung, Schmerzen an der rechten Rippenseite, Übelkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen empfunden.

Danach wird die Gelbsucht deutlich. Alle Schleimhäute, das Weiße der Augen und die Haut, bekommen eine Gelbfärbung. Während die Symptome der ersten Phase nachlassen, wird die Farbe des Urins dunkler. Der Stuhl des Patienten entfärbt sich dagegen. Diese Symptome dauern meist vier bis sechs Wochen an.

Die Hepatitis B nimmt bei zehn Prozent der Patienten einen chronischen Verlauf. Es machen sich Müdigkeit, Gelenk- und Muskel-schmerzen, Veränderungen im Bereich der Haut und bei manchen Betroffenen auch eine Leberzirrhose bemerkbar.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt ein bis sechs Monate.
 
 

Ursachen

Eine akute Hepatitis B kann verschiedene Ursachen haben. Der Kontakt mit Körperflüssigkeiten spielt dabei eine große Rolle. Dazu zählen intimer sexueller Kontakt, unsterile Instrumente wie sie beim Piercen oder Tätowieren verwendet werden und selten infiziert sich der Patient über eine Bluttransfusion.

Schwangere Mütter können ihr Kind während der Geburt anstecken, was jedoch recht selten ist. Eine Übertragung unter Drogensüchtigen, die gemeinsam eine Nadel benutzen, ist dagegen häufig.

Menschen mit wechselnden Sexualpartnern, Ärzte, Krankenschwestern, Drogensüchtige und Neugeborene, deren Mütter bereits infiziert sind, haben ein besonders hohes Risiko, an Hepatitis B zu erkranken.


 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen ?

Wenn nach wechselnden sexuellen Kontakten, einer Tätowierung, einem Piercing oder ähnlichen Dingen die Symptome einer Gelbsucht auftreten, ist ein Arzt aufzusuchen. Er wird Sie untersuchen und Ihnen mitteilen, ob es sich um Hepatitis B handelt.

Wenn Sie sich über die Erkrankung als solche informieren möchten, können Sie Ihren Hausarzt dazu befragen. Er wird Sie bei einer bereits bestehenden Krankheit auch über Selbsthilfegruppen oder Leberzentren aufklären, an die Sie sich im Bedarfsfall wenden können.
 
 

Diagnose

Eine Hepatitis B-Erkrankung wird hauptsächlich durch eine Blutuntersuchung festgestellt.

Deswegen muss dem Betroffenen zunächst Blut entnommen werden, in dem sich Antikörper gegen das Hepatitis B-Virus nachweisen lassen. Somit wird ermittelt, ob der Patient infiziert ist oder nicht. Das Blut kann auch einen Hinweis darauf geben, wie fortgeschritten die Leberentzündung zu diesem Zeitpunkt ist.

In einigen Fällen wird eine Ultraschalluntersuchung der Leber durchgeführt. Dem Organ kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie), um die Diagnose zu festigen. Dies geschieht jedoch meist bei chronischen Verläufen der Erkrankung.
 
 

Behandlung

Zu den allgemeinen Behandlungsmaßnahmen zählen absolute Bettruhe und Alkoholverbot.

Da die Hepatitis B chronisch werden kann, wird zwischen einer aktiven Hepatitis und einem symptomlosen Virusträger unterscheiden. Bei letzterem müssen lediglich alle leberschädigenden Substanzen gemieden werden.

Eine aktive chronische Hepatitis hingegen, kann zu Leberkrebs oder Leberzirrhose führen. Daher muss in solchen Fällen medikamentös behandelt werden (meist wird das Arzneimittel unter die Haut gespritzt, eine Therapiemöglichkeit, die zu 50 Prozent der Fälle eine Besserung der Krankheit erzielt. Auch oral eingesetzte Medikamente zeigen Wirkung).

Kam es jedoch bereits zu einer Leberzirrhose, ist der nächste Schritt meist eine Lebertransplantation.
 
 

Komplikationen

Hepatitis B entwickelt sich auf Grund einer schlechten Immunabwehr bei etwa zehn Prozent der Patienten zu einer chronischen Erkrankung. Dies kann zu einer Vernarbung des Lebergewebes führen. Dadurch wird der Platz für die verbliebenen gesunden Leberzellen eng, was zu einer Reduzierung der Zellen führt. Deswegen entsteht meist eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) oder sogar Leberkrebs.

In manchen Fällen kommen Erkrankungen hinzu, die andere Organe betreffen. Das kann zum Beispiel eine Entzündung der Arterien und des Nierengewebes sein.

Ungefähr 90 Prozent der akuten Krankheiten heilen nach vier bis sechs Wochen aus. In einem Prozent der Fälle kommt es zu einem Versagen der Leber, was zum Tod des Patienten führen kann.
 
 

Prävention

Um einer Leberentzündung vorzubeugen, muss darauf geachtet werden, Risikosituationen zu vermeiden. Dazu zählt Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern, bei dem grundsätzlich Kondome zu verwenden sind.

Piercings, Tätowierungen und Ähnliches sollten Sie möglichst nur bei hygienisch einwandfreien Studios vornehmen lassen.

Drogenkonsumenten sollten ausschließlich Spritzen verwenden, die nur von ihm selbst benutzt werden.

Es besteht die Möglichkeit, sich gegen alle Arten der Hepatitis impfen zu lassen, was von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt wird. Bei Reisen in die dritte Welt wird gegen Hepatitis A und B geimpft. Neugeborene von bereits infizierten Müttern, werden prinzipiell gegen Hepatitis B geimpft.

Die Impfung erfolgt seitlich ins Gesäß, in dem Oberarm- oder Unterschenkelmuskel. Sie ist außerdem für berufliche Risikogruppen wie Ärzten oder Pflegepersonal angebracht. Der Impfschutz hält etwa fünf Jahre.

Die Hepatitis B-Impfung gehört zu der wirksamsten und sichersten, die es gibt. Es kann zu leichten Nebenerscheinungen wie eine Rötung der Einstichstelle oder eine kurze Schwellung kommen.
 
 

Was kann ich selbst tun ?

Grundsätzlich ist eine Impfung gegen Hepatitis B zu empfehlen und reichlicher Alkoholkonsum zu vermeiden.

Leiden Sie unter einer akuten Leberentzündung, ist es wichtig, sich viel Ruhe zu gönnen und auf ausgewogene Ernährung zu achten. Wenn die Beschwerden abgeklungen sind und Sie sich gestärkt fühlen, können Sie Ihren gewohnten Tätigkeiten wieder nachkommen.

Bei einer ansteckenden Hepatitis B-Erkrankung, sind die Lebenspartner und Familienmitglieder zu informieren. Sie können sich durch ein Impfung vor einer Übertragung schützen.

Prinzipiell sollten Sie bei einer chronischen Erkrankung regelmäßig Ihren Arzt aufsuchen.